Variante I: Im Dorf, 1,350 km (rot)
Der Rundgang beginnt am Rathaus/Dorfmuseum. Hier gibt die große Standtafel einen Überblick über den gesamten Dorflehrpfad nebst Parkmöglichkeiten, Rastplätze u.a. Die Hinweistafel ist am oberen Ende des Platzes.
1. Rathausplatz/Dorfmuseum
Das Rathaus wurde 1831/32 als Schulhaus errichtet und 1963 als Sitz der Gemeindeverwaltung umgenutzt, der ehemalige Schulbrunnen im Jahre 1832 als Deichel-Pumpbrunnen angelegt. Bei dem Kreuz von 1756 handelt es sich um eines der zahlreichen Flurkreuze der Gemarkung, die jahrhundertelang von den ortsansässigen Steinhauern angefertigt wurden und in der gesamten Region Verbreitung fanden. Hier sehen wir ein Arma-Christi- oder Fünfwundenkreuz, das an Längs- und Querbalken die Wundmale und Leidenswerkzeuge Christi zeigt. Seit seiner Eröffnung 1983 steht das Dorfmuseum unter dem Motto "Pfaffenweiler Wein - Pfaffenweiler Stein". Die beiden Traditionslinien des Dorfes werden in der Dauerausstellung präsentiert. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen greifen Themen der Ortsgeschichte auf. Das Museum wird ergänzt durch die Freilichtbereiche "Historische Steinbrüche" und das "Historische Rebgrundstück".
Über die Rathausgasse hoch erreicht man die Weinstraße. Wir begeben uns links Richtung Stubenplatz und auf der Rasenfläche steht die 2. Hinweistafel.
2. Stubenplatz
Die Mitte des Platzes ziert der Stubenbrunnen, früher als Sinnbrunnen zum Eichen von Fässern genutzt. Hier mussten auch die zur Weinlese benötigten Holzgefäße gewässert werden, um auf ihre Dichte und Sauberkeit überprüft zu werden. Die Immaculata auf der Brunnensäule stammt aus dem Jahre 1792 und ist ein Werk des aus Lenzkirch stammenden Bildhauers Raufer. Auf dem Rasenstück stehen die Friedenslinde und ein Gedenkstein, die beide der Partnerschaft mit Jasper/Indiana/USA gewidmet sind. Zwischen 1840 und 1900 wanderten mehr als 300 Pfaffenweiler Bürgerinnen und Bürger gezielt nach Jasper im Süden von Indiana aus.
Das historische Gasthaus "Zur Stube" wurde 1574/75 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Der hohe Staffelgiebel, die Fensterbank des Obergeschosses und der Treppenturm weisen den repräsentativen Bau als Gebäude der Renaissance aus. Am Giebel ist als Zeichen der damaligen Ortsherrschaft das Wappen der Herren von Staufen (drei Kelche) angebracht. Das Gemeindewappen zeigt diese Kelche in umgekehrter Reihenfolge. Bis ins letzte Jahrhundert war es Gemeindehaus mit Wirtsstube, Gemeindekeller, Gemeinde- und Ratssaal. Von der Hinweistafel aus überschauen wir den Platz und der Weg führt uns halblinks in die Kapellenstraße.
Der nächste Hinweis ist vor dem "Beckebrunne".
3. Beckeplatz
Alter Ortsteil Öhlinsweiler, urkundlich 1094 erstmals genannt. Kapellenstraße 9 ist das einzige unverputzte Fachwerkhaus der Gemeinde, erbaut im fränkischen Stil mit Andreaskreuzen. Das Anwesen Kapellenstraße 8/10 hat einen hohen Staffelgiebel, in den weiten Innenhof führt ein Bogen mit Fußgängerpforte. In diesem Bereich des "Oberdorfs" stehen noch Trockenmauern, mit denen die gesamten Hänge durchzogen waren.
Nur wenige Meter die Kapellenstraße hoch. Wir stehen bei der Abzweigung "Im Dürrenberg" vor der "Chappele".
Die Tafel ist an der Umfassungsmauer angebracht.
4. Kapelle St. Barbara und St. Rosalia
In dieser spätbarocken Gestalt 1772 erbaut, Stiftung eines hier gebürtigten Pfarrers. Im Inneren wurden Reste von Fresken freigelegt.
Oberhalb der Kapelle steht der turmartige Fachwerkbau der "Ölmühle", in der wohl aus Nüssen Öl hergestellt wurde. Eindrucksvoll mit Menschen- und Tierköpfen gestaltet sind die Fensterbänke des gegenüberliegenden Staffelgiebel-Hauses. Beim Weitergang erheben sich rechter Hand die beiden imposanten Staffelgiebel der Kapellenstraße 14 und 18.
Während nach rechts die Kapellenstraße weiter verläuft, verlassen wir diese. Wir wenden uns kurz links, ins Oberdorf, um gleich wieder rechts ein "Stäpfele " zu erklimmen.
Dort ist auch die Hinweistafel zu erkennen.
5. "Pfädle"
Fußwege, "Pfädle" genannt, durchzogen bis zur Flurbereinigung die Rebberge und das Dorf. Viele der kleinen Rebparzellen, "Gänderle", waren nur über diese Fußpfade und Treppen zugänglich. Dieser Weg führt durch das Gewann "Hinter Tröttle". "Trotti", Trotte, ist alemannisch für Weinpresse.
Über die Winzerstraße erreichen wir wieder die Weinstraße, die durch´s ganze Dorf führt. Beim "Milchhiisli" steht die Hinweistafel.
6. Michhiisli
Von der Gemeinde wurden zum Abschluss der Flurbereinigung 1967 die drei Gedenksteine erstellt. Daneben steht der alte Trog des Schneckenbrunnens, der 1983 durch ein Auto beschädigt worden war.
Wir überqueren die Weinstraße.
Zum Kindergarten führt der Fußweg weiter. Am Schild "Metzgerpfädle" vorbei erreichen wir über die Rathausgasse ("Gässle") wieder die Weinstraße und den Schneckenplatz.
Schneckenbrunnen mit Figur des hl. Nepomuk. Eine Stiftung von Pfarrer Mayer aus dem Jahre 1779. In älterer Zeit nach der Kirchenpatronin "Saint Columba Brunnen" benannt.
Vom Schneckenplatz grüßt von oben die Pfarrkirche. Wir erreichen sie über die Kirchstraße. Links vom Treppenabgang die Hinweistafel.
7. Pfarrkirche
Die älteren Bauteile der Pfarrkirche St. Columba stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Die 1974-1979 ausgeführte Erweiterung des Hauptschiffes wurde zwischen den historischen Turm und den Chor gesetzt. Der Kirchenführer liegt in der Kirche aus.
Hier endet nun unsere erste Variante des Dorflehrpfades. Der Irmelenweg ist der Beginn zur Variante II.