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Partnerstadt Jasper
Herr
Dieter Hahn
Bürgermeister
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Partnerstadt Jasper, Indiana, USA

Für eine Gemeinde von der Größe Pfaffenweilers war es ein eher ungewöhnlicher Schritt, mit der Stadt Jasper im Süden Indianas 1985 eine Partnerschaft einzugehen. Die Gründe für diese Entscheidung und die sehr gute Entwicklung der Partnerschaft liegen in der Geschichte der beiden eng verbundenden Orte.
 
Von den um 1850 zahlreich nach Nordamerika ausgewanderten Bewohnern Pfaffenweilers ließen sich weit über 200 Personen auf Dauer in der kleinen Siedlung Jasper nieder. Ein Blick in die Telefonbücher beider Gemeinden fördert erstaunliche Namensgleichheiten zu Tage: hier wie dort finden sich die traditionellen Namen Eckerle, Eckert, Gutgsell, Kiefer, Scherle und so weiter. Der aus Pfaffenweiler verschwundene Familienname "Stenftenagel" lebt bis heute in Jasper fort.
 
Im Rahmen partnerschaftlicher Begegnungen sind zahlreiche Freundschaften entstanden. Tragende Säulen der Beziehung sind der regelmäßige Schüleraustausch zwischen dem Faustgymnasium Staufen und der Jasper Highschool, Praktika und Studienaufenthalte von Junghandwerkern und Schülern.
 
Die offiziellen Besuche und die häufigen Reisen von Privatpersonen und Verwandten charakterisieren die lebhafte Partnerschaft.
 
Die Auswanderungen von Pfaffenweiler nach Amerika wurden 1995/96 unter Mitwirkung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger im Fernsehfilm "Verbannt ins Paradies" dargestellt.

Der neugewählte Bürgermeister von Jasper, Terry Seitz, besuchte Anfang Juli 2014 erstmals Pfaffenweiler.

Partnerschaftsreise 2015

Vom 29. Juli bis 09. August 2015 fanden die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum in Jasper statt.

Abfahrt war am Mittwoch, 29.07. um 06:15 Uhr an der Batzenberghalle. Dann ging es mit dem Sutter-Bus zum Flughafen nach Frankfurt.

Die Reisegruppe aus Pfaffenweiler erwartete ein vielfältiges Programm:

Das Straßenfest in Jasper fand vom Donnerstag, 30.07. bis Sonntag, 02.08.2015 statt. Das Fest wurde am Donnerstag um 18:00 Uhr eröffnet. Am Freitagmorgen um 10:00 Uhr fand das Treffen der beiden Partnerschaftskommissionen im Rathaus statt. Am Sonntag feierte die Gruppe mit den Gastgebern einen Gottesdienst in der St. Joseph-Kirche und nachmittags folgte dann die große Straßenfestparade. Bei dem Straßenfest in Jasper waren 35 Personen aus Pfaffenweiler dabei um die 30-jährige Partnerschaft mitzufeiern.

Nach dem Straßenfest machte die Jaspergruppe am Montag, 03.08., einen Ausflug. Die große Partnerschaftsfeier zum 30-jährigen Partnerschaftsjubiläum fand dann am Dienstag, 04.08., um 17:30 Uhr statt. Einen letzten geplanten Tagesausflug hatte die Jasperreisegruppe dann am 06.08.2015, wo sie von 10:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr mittags unterwegs waren. Am Sonntag, 09.08., war dann der letzte Tag in Jasper angebrochen und die Gruppe tritt teilweise den Rückflug an.


Aktuelle News aus Jasper


Abreisetag, Mittwoch, den 29.07.2015:

Pünktlich um 6.15 Uhr verließ der Reisebus der Firma Sutter den Parkplatz der Batzenberghalle. Mit an Bord waren 24 der 33 Reiseteilnehmer nach Jasper.
 
Die Reisegruppe bildet die gesamte Bevölkerung Pfaffenweilers ab. Der jüngste Teilnehmer ist 11, der älteste 78. Die Delegation wird angeführt von Bürgermeister Hahn, der 2. stellvertretenden Bürgermeisterin Heidi Batt und Diana Treyer vom Rathaus Pfaffenweiler.
 
Viele Bürgerinnen und Bürger haben die Gelegenheit genutzt um sich von den Teilnehmern zu verabschieden. Die Stimmung schwankt zwischen morgendlicher Schläfrigkeit, freudiger Erwartung des Wiedersehens und bei den einen oder anderen, die erstmals nach Jasper reisen, eine gewisse Nervösität, was sie denn in Amerika erwartet.

Jasper, 30.7.2015 - 2.00 Uhr Ortszeit
 
Nach 24 Stunden und genau 37 Minuten erreichen wir unsere Partnerstadt Jasper. Die Temperaturen sind angenehm mild, die höhere Luftfeuchtigkeit deutlich zu spüren. 
 
Wie üblich sind wir mit dem Bus von der Polizei und Bürgermeister Seitz eskortiert an den Bahnhof gefahren, wo uns unsere Gastgeberfamilien herzlich begrüßt haben. Raymie Eckerle, Mitglied der Partnerschaftskommission Jasper, hat uns im Bus vom Flughafen Louisville begleitet und mit den Worten "Welcome to Jasper" am Bahnhof begrüßt. 
 
Auch Bürgermeister a.D. Fritz Gutgsell und Stan Jochum, ebenfalls Mitglied der Partnerschaftskommission Jasper, ließen es sich nicht nehmen, uns vom Flughafen in Louisville abzuholen. Die Vorfreude auf die nächsten Tage ist allen hier deutlich anzumerken. 
 
Der Flug von Frankfurt nach Philadelphia war sehr ruhig, fast schon zu ruhig, wenn man bedenkt, dass wir 3 Stunden in Frankfurt wegen technischen Problemen in der Maschine warten mussten. Dennoch konnten wir die Anschlussmaschine in Philadelphia noch pünktlich erreichen. 
 
Nun heißt es erst einmal ausschlafen, denn morgen steht mit der Eröffnung des Straßenfestes der erste Höhepunkt unserer Feierlichkeiten bevor. 


Jasper, 30.07.2015 - 18.00 Uhr Ortszeit

Heute Abend um 18.00 Uhr Ortszeit erwartete uns der erste Höhepunkt unserer Partnerschaftsreise - die Eröffnung des Straßenfestes in Jasper. Es ist unglaublich und sehr bewegend, was das Organisationskomitte und der Deutsche Verein hier auf die Beine stellen. Fast alle Gebäude sind mit deutschen Fahnen geschmückt, die Geschäfte haben ihre Dekorationen in schwarz-rot-gold erstellt und alle Mitglieder des deutschen Vereins tragen Lederhosen und die Mitgliederinnen Dirndl. Und das alles mitten in Amerika. 
 
Der Eröffnungsfeier wohnten sicherlich mehr als 500 Bürgerinnen und Bürger aus Jasper bei. Es war eine wundervolle Zeremonie, die unsere amerikanischen Freunde bis ins kleinste Detail geplant hatten. Etwa eine halbe Stunde vor der Eröffnung spielte unsere Jasper Band. Danach sang ein gemischter Chor vor dem imposanten Court house einige Lieder. 
 
Mit der offiziellen Begrüßung durch Chairperson Andrea Hedinger begann die Eröffnungsfeier. Unsere Jasper Band spielte im Anschluss die deutsche Nationalhymne. Ein großes Lob an alle Musikerinnen und Musiker und Dirigent Alexander Horst, die nach vielen Proben in den letzten Wochen einen hervorragenden Eindruck hinterließen. 
 
Infanteristen der Indiana National army präsentierten die amerikanische Flagge und der Chor sang begleitet von den 500 Gästen die amerikanische Hymne - the star spangled banner. Das ging unter die Haut. 
 
Anschließend sprach Pfarrer John Boeglin ein Gebet und den Segen über das Straßenfest. Er nutzte die Gelegenheit in seinem Gebet auf die Partnerschaft einzugehen. Sodann eröffnete Bürgermeister Seitz mit seiner Rede das Straßenfest. Er hieß unsere Reisegruppe, die alle in grünen Partnerschafts-T-shirts gekleidet waren, herzlich willkommen und ging in seiner Rede ebenfalls auf die Geschichte der Auswanderung ein. 
 
Danach sprach Bürgermeister Dieter Hahn und überbrachte stellvertretend für alle Einwohner Pfaffenweilers die herzlichsten Grüße der Schneckentalgemeinde. Allein an den Begegnungen und Ereignissen der letzten 12 Monate zeigte er auf, wie intensiv und lebhaft diese Partnerschaft ist. Sie sei einzigartig und unvergleichlich und es sei die Herausforderung und Verpflichtung aber auch die Freude und Ehre, diese familiäre Partnerschaft im Jetzt zu leben und vor allem aber in die nächste Generation sicher weiter zu geben. Dafür seien mehr als 30 Personen aus Pfaffenweiler angereist. 
 
Er schloss mit den Worten "Jasper forever, our friendship never ends, Jasper our sister city, we always stay good friends."
 
Im Anschluss daran erinnerten die Grandmarschalls Karin Horst und Stan Jochum in einer gemeinsam verfassten Ansprache an die wichtigsten Punkte der Partnerschaft. Die Ansprachen endeteten mit den Begrüßungsworten des Präsidenten des Deutschen Vereins, Mike Ackermann. 
 
Unter den Klängen unserer Jasper Band zogen wir gemeinsam mit dem Deutschen Verein und vielen Ehrengästen in den Biergarten ein. Mit dem Badner Lied endete dann der offizielle Teil und wir genossen die vielen Stände, den Biergarten, die auftretenden Bands und die unzähligen Begrüßungen und Umarmungen mit unseren Freunden aus Jasper. 

Jasper, 31.07.2015
 
Konferez der Partnerschaftskommissionen
 
Ein wichtiger Bestandteil jedes Partnerschaftstreffens ist die Arbeitssitzung der Partnerschaftskommissionen der beiden Gemeinden. Diese fand heute Morgen um 10.00 Uhr im Rathaus Jasper statt. 
 
Der Präsident der Partnerschaftskommission Jasper, Raymie Eckerle, begrüßte die anwesenden Mitglieder der beiden Kommissionen, die beiden Vertreter der Jasper High School sowie die örtliche Presse. Ebenso begrüßte er Matthias Hilger, der die Aufgabe hatte, die Sitzung zu dolmetschen. 
 
Bürgermeister Hahn stellte zunächst das Pfaffenweilermer Komitee vor. Entsprechend der Sitzordnung war als erstes Diana Treyer an der Reihe. Er nannte sie seine rechte Hand und dankte ihr für ihren großartigen Einsatz bei der Organisation der Reise. Sie setze mit ungeheurer Tatkraft die Beschlüsse des Komitees um. Sodann stellte er Karin Horst vor und erklärte ihre wichtige Rolle im Komitee. Sie sei verantwortlich für den Schüleraustausch und sorge dafür, dass die Austauschschüler aus Jasper Pfaffenweiler, den Ort ihrer Herkunft, während ihrer Deutschlandreise kennenlernen. Mit dem allseits bekannten Bürgermeister a.D. Fritz Gutgsell habe die Kommission einen weiteren herausragenden Akteur. Niemand trage die Partnerschaft mehr im Herzen als er. Er sei wichtiger Zeitzeuge und Ratgeber für die Zukunft. Für die Vergangenheit und die Geschichte im Allgemeinen sei auch Eddy Weeger verantwortlich. Der Bürgermeister war froh darüber, dass auch Eddy Weeger die Reise mitmachen konnte. In Pfaffenweiler habe er die wichtige Aufgabe Besucher und Besuchsgruppen über die Auswanderung und die Geschichte Pfaffenweilers zu informieren. Ein kreativer Kopf sei Steinmetz Michael Eckert, der die Partnerschaft mit Jasper ebenfalls in sein Herz geschlossen habe. Mit der Aufnahme von Josh Dodd als Praktikant in seine Firma habe er einen wichtigen Beitrag zur Partnerschaft geleistet. Das älteste Mitglied der Kommission sei Franz Hilger, der in der Badischen Zeitung regelmäßig über die Partnerschaft berichte und zudem familiäre Beziehungen zu seinem Sohn in Jasper pflege. 
 
Schließlich erwähnte der Bürgermeister auch die beiden jüngsten Mitglieder Annika Marschall und Dominik Klein, die aus beruflichen Gründen leider nicht mit nach Jasper kommen konnten. Beide seien sehr wichtig für die Zukunft der Kommissionen und große Jasperfans, nachdem beide ein Jahr lang in Jasper gelebt haben. 
 
Im Anschluss daran stellten sich die Mitglieder der Partnerschaftskommission aus Jasper vor. Hier waren einige neue Gesichter dabei. Zunächst aber stellte sich Lois Kuntz vor. Sie ist schon lang dabei und ist vergleichbar mit Diana Treyer auf Pfaffenweilermer Seite. Sie ist für die Organisation zuständig. Kim Lottes ist seit 10 Jahren in der Kommission und in den Schüleraustausch einbezogen. Ihr Sohn studiert Deutsch und war Austauschschüler. Lisa Kiffner ist seit 1,5 Jahren Mitglied und Schwiegertochter von Ron Kieffner, der gemeinsam mit Dave Bühler die erste Delegation aus Jasper in Pfaffenweiler geleitet hat. Sie arbeitet bei der Stadt und ist aktiv in der katholischen Schule. Auch Max Verkamp ist ein neues Mitglied. Er war 1987 beim ersten Schüleraustausch in Pfaffenweiler und lernte dort seine Verwandtschaft, die Däschles, per Zufall kennen, weil er bei der Familie Karl-Heinz Wörner untergebracht war. Er hatte vorher nicht gewusst, dass er Verwandte in Pfaffenweiler hat. Deshalb sei für ihn die Partnerschaft auch eine sehr persönliche. 
Steffie Schmücker ist ebenfalls ein sehr neues und interessantes Mitglied der Kommission. Sie ist mit Florian Schmücker aus der Nähe Berlins verheiratet. Sie hat ihn während des Schüleraustausches kennen gelernt. Demnächst wird sie nach Deutschland fliegen um ihre Schwiegereltern zu besuchen. Sie sei komplett von Deutschen umgeben und arbeite zudem noch bei der German American Bank. 
Stan Jochum ist ebenso wie Raymie Eckerle ein Urgestein der Partnerschaft und von Anfang an dabei. Stan kam durch Mary Jo Meuser zur Partnerschaft und ist für den Schüleraustausch verantwortlich. 
 
Raymie Eckerle, der Präsident, hat Vorfahren aus Pfaffenweiler und sein Urgroßvater stammte aus Pfaffenweiler. Für ihn war es ein großartiges Erlebnis, als er 2010 im Haus seines Urgroßvaters in Pfaffenweiler gegessen habe. Es fehlte leider Irene Kapp, die Tochter von Claude und Martina Eckert, beides Motoren der ersten Partnerschaftsjahre. 
 
Danach ergriff Mayor Terry Seitz das Wort und erklärte, was sich in Jasper in den letzten Jahren seit dem letzten Kommissionstreffen in Pfaffenweiler getan habe. Das Wesentliche sei, dass er seinen pensionierten Vorgänger Bill Schmitt im Januar 2012 abgelöst habe. Ein wichtiges Ziel für ihn in Jasper sei die Reaktivierung alter Industriegebäude und die Belebung der Innenstadt, die gute Fortschritte mache. Projekte gebe es mit der Schule, mit der er einen aufgegebenen Golfplatz zu einem Park umgestalte und die Einstellung eines Polizisten in der Schule, der Aufklärung über Sicherheitsfragen betreibe. 
 
Im Anschluss daran erläuterte Bürgermeister Hahn die vielfältigen Entwicklungen der letzten Jahre in Pfaffenweiler. 
 
Von der Schule war die Leiterin, Dr. Lorey und der Sohn von Stan Jochum, Shaun Jochum anwesend. Frau Dr. Lorey erklärte die Bedeutung des Erhalts der deutschen Sprache an der Jasper High School. Es sei sehr schwierig einen lizenzierten Lehrer zu finden, doch sie seien sehr optimistisch eine Lösung gefunden zu haben. Das akademische Programm der Schule sehe vor, dass Schüler je nach Dauer eine oder zwei Fremdsprachen wählen müssten. Zwar favorisierten die Schüler spanisch, dennoch hätten aktuell 70 Schüler Deutsch gewählt, so Shaun Jochum. 
 
Bürgermeister Hahn wies auf die Bedeutung der deutschen Sprache für die Partnerschaft hin, denn Sprache bedeute Emotionen und Identifikation mit der gemeinsamen Herkunft. Matthias Hilger ergänzte, dass die deutsche Sprache zudem eine wichtige Voraussetzung für junge Menschen sei, längere Aufenthalte in Deutschland anzugehen. 
 
2010 hatte Bürgermeister Hahn eine handgeschriebene To-do-Liste erstellt. Diese war für die Kommissionen in Jasper und Pfaffenweiler die Leitlinie ihres Handelns. Viele Ziele seien erreicht worden, so z.B. würden die Webseiten der Gemeinden den Partnern jeweils eine große Plattform einräumen. Auch die laufende Bereichterstattung über den Besuch der Pfaffenweiler sei eine wichtige Einrichtung, um der Öffentlichkeit zu Hause über die Bedeutung der Partnerschaft zu informieren. Mayor Seitz nutze auch seinen Blogg um die aktuellen Ereignisse abzubilden. So habe er über die Ankunft der Gruppe aus Pfaffenweiler aktuell berichtet. 
 
Ein wichtiger Punkt der To-Do-Liste 2010 war die Frage, wie es möglich ist, die alten Grabsteine der Auswanderer auf dem Friedhof in Jasper zu restaurieren. Die Anregung von Bürgermeister Hahn, einen Praktikanten aus Jasper bei Michael Eckert hospitieren zu lassen, wurde mit dem Kunstlehrer Josh Doddder Jasper High School von amerikanischer Seite perfekt umgesetzt. Es hat sich sogar eine sehr emsige Steinhauergruppe nach Pfaffenweilermer Vorbild gebildet, dieschon mehr als 16 Grabsteine restauriert hat. Matthias Hilger wies auf die Vorführungen an der Eckert Mühle am Samstag hin. 
 
Unter Verschiedenes sprach Mayor Seitz die Bewerbung von Jasper als Amerian best community hin. In diesem Wettbewerb, bei dem der Sieger 3 Millionen Dollar erhielte, sei Jasper unter den besten 50, weshalb die Gemeinde bereits 50.000 Dollar bekommen habe. Komplementär dazu seien schon 15.000  Dollar an Spenden gesammelt worden. Er bat die Pfaffenweilermer um Unterstützung durch das Tragen eines Buttons oder Abstimmung in den Social media. 
 
Zum Schluss wurden noch Geschenke überreicht. Während die Pfaffenweilermer Mitglieder sehr schöne Kugelschreiber und eine Aktenmappe mit Jasper-Logo sowie einen wunderschönen Teller mit einem großen roten Herzen erhielten, überreichten wir Hemden und Blusen mit dem Jubiläumslogo und ein Glaswappen mit dem Pfaffenweilermer Rathaus. 
 
Im Anschluss an die Sitzung luden uns unsere Freunde aus Jasper zu einem Mittagssnack beim Deutschen Verein auf dem Straßenfest ein. Der Deutsche Verein und die Sister city Vereinigung, eine Art Förderverein, spielen für die Idee der Partnerschaft eine wichtige Rolle. 

Wir glaubten natürlich, dass diese Partnerschaftssitzung der Höhepunkt dieses Tages war. Weit gefehlt - es erreichte uns eine tolle Überraschung. 
 
Terry Seitz hatte einen Anruf von Jerome "Chick" Alles, dem früheren Bürgermeister der Stadt Jasper erhalten. Die Partnerschaftsurkunde von 1985 trägt seinen Namen. Chick Alles hatte den Besuch unserer Gruppe mitbekommen und wollte unbedingt seinen Bürgermeisterpartner, Fritz Gutgsell, sehen. 
 
Deshalb machten wir uns zu einem Besuch bei Chick Alles auf. Es war ein großartiges Wiedersehen zweier Freunde, die für den Ursprung dieser wundervollen Partnerschaft verantwortlich waren. Chick Alles ist mittlerweile 88 Jahre alt. Mental ist er noch sehr fitt, aber körperliche Gebrechen haben ihn heimgesucht. 
 
Seine Freude, Fritz Gutgsell wieder zu sehen, war aber ungebrochen und er freute sich auch, dass die beiden amtierenden Bürgermeister mit dabei waren. Chicks Frau hatte bei der lokalen Zeitung gearbeitet und alle Artikel über die Partnerschaft sorgfältig in einem großen Album aufgehoben. Was für ein Dokument unserer gemeinsamen Zeitgeschichte!

Jasper, 01.08.2015
 
Pfaffenweiler Steinhauer verzaubern ihr Publikum beim Strassenfest in Jasper 
 
Im offiziellen Programm des 37. Straßenfestes (im Vergleich dazu feiern wir in diesem Jahr das 38. Schnecke-Fescht) waren für den heutigen Samstag Steinhauervorführungen an der ehemaligen Eckertmühle in Jasper vorgesehen. 
 
Michael Eckert und sein Mitarbeiter Dirk Hanser hatten eigens Werkzeuge hierfür aus Pfaffenweiler mitgebracht. Die Vorführungen begannen um 10.00 Uhr und sie entwickelten sich über den Tag hinweg zu einem echten Höhepunkt des Straßenfestes. Hunderte von interessierten Zuschauen ließen es sich nicht nehmen, den Steinhauern aus Pfaffenweiler und Jasper bei der Arbeit auf die Finger zu schauen. 
 
Raymie Eckerle, Präsident der Partnerschaftskommission und Abteilungsleiter für die Straßen in Jasper, hatte dafür gesorgt, dass die Steinhauer einen Tieflader bekamen, auf dem sie ihre Arbeiten vorführen konnten. Während Dirk Hanser und Michael Eckert neuzeitlich mit Pressluftmeißel arbeiteten zeigten Josh Dodd und Jim Corn ihre Fähigkeiten mit den althergebrachten Werkzeugen. Michael Eckert brillierte mit einer wunderschönen Skulptur, Dirk Hanser fertigte einen tollen Schriftzug für Jan Stochum, dem Grandmarschall des Straßenfestes. Josh Dodd meißelte eine echte Pfaffenweilermer Schnecke und Jim Corn restaurierte den Schriftzug eines alten Grabsteins. 
 
Das eindrucksvolle Bild der aktiven Steinhauer wurde von den Pfaffenweilermer Steinhauern Fritz Gutgsell, Meinrad Simon, Eddy Weeger und Dieter Hahn sowie von den Steinhauern Bill Schmitt, Stan Jochum, Bob Dilger und Matthias Hilger aus Jasper abgerundet. 
 
Während der Vorführungen übergab Dieter Hahn die Gastgeschenke der Pfaffenweilermer Steinhauer, einen historischen Klöpfel aus der Zeit der Auswanderung, einen Zweispitz und verschiedene Meißel. Zudem überraschte er die Steinhauer aus Jasper mit dem neuen Abzeichen der Pfaffenweilermer Steinhauergruppe. Dieses Abzeichen trägt neben dem Handwerkszeichen der Steinmetze ein langes J für Jasper. Die noch im Aufbau befindliche Steinhauergruppe aus Jasper zeigte sich sehr gerührt von diesem Zeichen der tiefen Verbundenheit. 
 
Stan Jochum, Mitglied der Partnerschaftskommission in Jasper und über Jahrzehnte verantwortlich für den Schüleraustausch mit dem Faustgymnasium Staufen hatte aus dem Vermächtnis der allseits geschätzten Austauschlehrerin Mary Jo Meuser, verschiedene Alben von Austauschbesuchen der Jasper-Schüler dabei und wie von wundersamer Hand geleitet, erschien ein Austauschschüler bzw. Austauschschülerin nach der anderen um in diesen Alben zu blättern. Dabei kam es natürlich zu unzähligen Gesprächen über deren Aufenthalt in Staufen und Pfaffenweiler. Und so kam es, dass alle Austauschschüler des ersten Jahrgangs 1987 da waren. 
 
Auf Bürgermeister Dieter Hahn wartete an diesem denkwürdigen Tag noch eine weitere Überraschung. Ein sehr prominenter Gast hatte sich zu einem Treffen mit Mayor Seitz angekündigt, der "Lieutenant governor of Indiana". Sie, Mrs. Sue Ellspermann, ist vergleichbar mit dem Stellvertretendem Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg. 
 
Bürgermeister Hahn nutzte die Gelegenheit, die einzigartige Partnerschaft zwischen Jasper und Pfaffenweiler zu erläutern und Mrs. Ellspermann zeigte sich tief beeindruckt von der Lebhaftigkeit unserer Partnerschaft. 
 
Dieser beindruckende Partnerschaftstag endete mit ungezwungenen und fröhlichen Begegnungen und Gesprächen im Biergarten des Straßenfestes. 

Jasper, 02.08.2015
 
Nichts war es mit dem Ausschlafen nach dem letzten Abend im Biergarten des Straßenfestes. Um 8.45 Uhr Ortszeit traf sich unsere Gruppe vor der St. Joseph Church. Die Josefsgemeinde feiert am Straßenfest traditionell das Fest ihrer deutschen Herkunft. 
Gesungen wird vom dortigen Kirchenchor die German Mass, die deutsche Messe von Franz Schubert aus dem Jahre 1826. In den Anmerkungen zur Liturgie begrüßte die Josefsgemeinde die Gäste aus Pfaffenweiler ganz besonders, weil der Kirchenchor Jasper beim Besuch in Pfaffenweiler so herzlich empfangen wurde. 
 
Im Vorfeld dieses Gottesdienstes fand ein umfangreicher E-Mail-Verkehr zwischen Karin Horst und Paula Alles aus Jasper. Was dabei herauskam war ein wunderschöner und ergreifender Gottesdienst in einer beeindruckenden Kathedrale. 
 
Der Gottesdienst war teilweise zweisprachig und von den Liedern "Lobe den Herren" (Praise to the Lord) und "Großer Gott wir loben dich" (Holy God, we praise thy name) wurde die erste Strophe jeweils auf deutsch gesungen. 
 
Ungewöhnlich für deutsche Gottesdienste teilten sich die beiden Pfarrer der Josefsgemeinde diesen. Während der eine Pfarrer Teile des Wortgottesdienstes und die Eucharistiefeier gestaltete, las der andere Pfarrer das Evangelium und hielt die Predigt. Diese hielt er zwar in englischer Sprache, dennoch war sie sehr gut zu verstehen. Es ging um das Essen des Brotes Gottes. Das Essen der Menschen teilte der Pfarrer in drei Kategorien. Er sprach vom "Dining", also dem Dinieren als genüßliches und demütiges Zusichnehmen von Mahlzeiten mit Familie und Freunden, mit viel Zeit und Gesprächen untereinander. Er sprach als nächstes vom "Eating" als dem gewöhnlichen, teils hastigen Essen der werktäglichen Mahlzeiten und vom "Feeding", dem Hineinstopfen von Essen am besten noch direkt aus dem Kühlschrank. 
Er empfahl uns das Brot Gottes zu dinieren und mit Würde, Dankbarkeit und Genuß als seeliche Speise Gottes einzunehmen. 
 
Anders als in deutschen Gottesdienst wird beim Gang zur heiligen Kommunion auch jedem Gottesdienstbesucher, sofern er denn will, auch vom Meßwein als Blut Gottes angeboten. Es waren rund 12 Kommunionhelfer im Einsatz. Nach der Kommunion versammelten sich alle Sänger im Chor der Kathedrale. 
 
Der gemischte Chor aus Sängerinnen und Sängern des St. Josefschores und dem Pfaffenweiler Chor mit Bärbel Hilger, Angelika Schenkel, Sonja Maciejczyk, Sonja Clauss, Nadine Hanser, Rita Steffens, Carmen Danner und Corinna Eckert sang das "Glory, Glory Halleluja" auf Englisch und erntete einen spontanen und großen Beifall. Nach dem Segen ertönte unter den Klängen unserer Jasper Band das "Großer Gott wir loben Dich". 
 
Abgerundet wurde diese denkwürdige Feier mit vielen Gesprächen von alten und neuen Bekannten vor der St. Joseph Church. 
 
Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause und dem Anlegen des grünen Partnerschafts-T-Shirts trafen wir uns zur Aufstellung der Straßenfestparade. Auch diese findet seit 37 Jahren statt und ist der sonntägliche Höhepunkt. Tausende Zuschauer säumen vor Ihren Häusern oder mit Campingstühlen und Zeltdächern ausgestattet auf dem Gehweg die Straßen. Bürgermeister Dieter Hahn fuhr mit seinem Kollegen Terry Seitz in einem kleinen halboffenen Polizeigefährt. Die Grandmarschalls Karin Horst in Batzenberger Winzerkapellentracht und Stan Jochum in Lederhosen fuhren im offenen Wagen und der Rest unserer Gruppe fuhr auf einem geschmückten Tieflader, einem Float. Die Jasper Band spielte und die übrige Gruppe winkte den begeisterten Zuschauern zu. 
 
In der Straßenfestparade fuhren über 150 Fahrzeuge und Gruppen aus dem gesamten Dubois County mit. 
 
Am Abend endete das 37. Deutsche Straßenfest in Jasper mit einem grandiosen Feuerwerk. Das Straßenfest in Jasper ist ein eindrucksvoller Beweis wie wichtig unseren amerikanischen Freunden ihre deutsche Herkunft ist. Fast an jedem Haus hängt über das Straßenfest eine deutsche Fahne, überall sieht man "Schwarz-Rot-Gold", ja es gibt zum Straßenfest sogar schwarz-rot-goldenes Popcorn. Es ist schön zu wissen, dass unsere Gemeinde und unsere Partnerschaft Teil dieser Bedeutung ist.


Jasper, 03.08.2015

Interessanter Tag in Jasper 
 
Nach den vielen Begegnungen und Gesprächen der letzten Tage konnten wir heute einen sehr guten Eindruck von Jasper gewinnen. Um 10.00 Uhr trafen wir uns an der Train Station. Es war sehr schön, dass wir von allen Gastfamilien und allen Mitgliedern der Partnerschaftskommission aus Jasper begleitet wurden. 
 
Als erstes besichtigten wir ein Produktionsgebäude der Jasper group, einem von drei Möbelherstellern in Jasper. Jasper hat eine große Tradition im Möbelbau und wurde einst die Hauptstadt der Möbelfabriken genannt. Einst hatte Jasper mehr als 10 Möbelfirmen. Doch heute sind es auf Grund der asiatischen Konkurrenz nur noch drei. Eine davon ist die Jaspergroup, deren Eigentümer oder Geschäftsführer, Mike Elliot, uns am hinteren Werkeingang begrüßte. 
 
Die Jasper Group verarbeitet nur Vollholz. Wir konnten den Weg eines Stuhls vom ersten Stück Rohholz bis zum fertigen Stuhl verfolgen. Das war hochinteressant. Herr Elliot zeigte uns eine Fräsmaschine, von denen nur drei Stück auf der ganzen Welt existieren. Eine in Amerika, eine in Frankreich und eine in Italien, wo sie gebaut wurde. Die Maschine kostete 750.000 Dollar ohne Fräsköpfe - sagenhaft. Sie kann acht Stuhlbeine auf einmal fräsen. 
 
Herr Elliot lud uns auch zum Mittagessen ein. Amerikanisch zu Mittagessen heißt einen Hotdog in einem Weckle mit einer Art Bolognese-Soße und etwas Käse und Zwiebeln zu sich zu nehmen. Dazu gab es ein kaltes Buffet mit rohem Gemüse, das man in einen Dipp tauchen konnte. Zum Nachtisch gab es leckere Cookies, Früchte mit einer süßlichen Joghurtcreme und Schokoladenkuchen. 
Frisch gestärkt konnten wir die Verwaltung mit einer Vielzahl von Büros und verschiedenen Büromöbeln und den Verkaufsraum (besser Showroom) besichtigen. Die Jasper Group hat sechs Produktionsgebäude von denen sich drei außerhalb befinden. Insgesamt beschäftigt die Firma 950 Mitarbeiter. Zum Vergleich dazu: Pfaffenweiler hat etwas mehr als 200 Arbeitsplätze. 
 
Kurz vor dem Mittagessen nahm Bürgermeister Terry Seitz seinen Kollegen mit zum Interview des örtlichen Fernsehsenders. In dem Interview ging es um die Unterschiede der beiden Kommunen und um die Zukunft der Partnerschaft, für die es viele Ideen gibt. 
 
Beim Mittagessen selber trafen wir viele Bekannte, so unter anderem Bill Schmitt, den ehemaligen Bürgermeister Jaspers mit Frau Carolyn und einen älteren Herrn namens Konrad Eckert, dessen Vater oder Großvater Eigentümer der so genannten Eckertmühle war, die heute als Jasper City Mill wiederaufgebaut der Öffentlichkeit als Museum und Veranstaltungsraum zur Verfügung steht. 
 
Spontan hatte sich im Anschluss daran Todd Kiefer, ein direkter Nachfahre von Tom Kiefer, der wiederum ein Enkel des legendären Herrman Kiefer (Verwandter zu Stefan Kiefer) war. Die beide hatten sich bei der ersten Reise einer Pfaffenweilermer Gruppe nach Jasper 1984 wieder gefunden. 
 
Das Feuerwehrhaus trägt auch seinen Namen. Todd Kiefer erklärte uns unter Mithilfe von Dolmetscher Matthias Hilger sämtliche Fahrzeuge, davon ein Rettungswagen, ein Tanklöschfahrzeug mit 4000 Litern Wasser und zwei Drehleiterfahrzeuge. Der Kommandant Mike Hochgesang, der ebenfalls noch zur Gruppe stieß, ist hauptamtlich beschäftigt. Darüberhinaus hat die gesamte Feuerwehr von Jasper mit drei Abteilungen insgesamt zwar 6 Fahrzeuge aber nur 39 freiwillige Feuerwehrleute ( im Vergleich dazu hat Pfaffenweiler 50 aktive Feuerwehrkameraden). Darüber hinaus beantwortete Todd Kiefer eine Vielzahl von Fragen von unserer interessierten Gruppe.
 
Nach der Besichtigung stand der Rest des Tages wieder zur freien Verfügung. Heute Abend steht der große Partnerschaftsabend als Western Diner Party auf dem Programm. 

Jasper, 04.08.2015 
 
Ein unvergesslicher Partnerschaftsabend 
 
Unsere amerikanischen Freunde hatten fürwahr einen unvergesslichen Partnerschaftsabend organisiert. Sie hatten zu einer "Western Diner Party" aufgerufen. Einige Gäste kamen deshalb wie selbstverständlich in Cowboystiefeln, mit Hüten und Halstüchern und in karierten Hemden. Für uns, die wir unsere Partnerschafts-T-Shirts trugen lagen Cowboyhüte am Eingang des großen Saales bereit - dazu noch ein paar Sheriffsterne. 
 
Am Haupteingang waren mehrere Plakate ausgehängt, auf denen verschiedene Personen per Steckbrief gesucht wurden. "Wanted" war zum Beispiel die gesamte Familie Hilger. 
 
Vor dem Essen spielte die "Grandview Junction" Band, die eigens aus Nashville nach Jasper gekommen war. Neben Klassikern wie "Knockˋin on heavens door" spielten sie natürlich auch Countrysongs. Zunächst begrüßte Raymie Eckerle die mehr als 200 Gäste. Danach sprach Pfarrer Boeglin das Tischgebet in Englisch. 
 
Das Buffet, das von der Schnitzelbank gerichtet war, war typisch amerikanisch mit Pork (Schweinefleisch), Corn (Mais) und beans (Bohnen). Nach dem Essen begann der offizielle Teil des Abends mit den gegenseitigen Vorstellungen der jeweiligen Mitglieder der Partnerschaftskommissionen durch die Bürgermeister Terry Seitz und Dieter Hahn. Beide lasen ebenfalls abwechselnd den Originaltext der Partnerschaftserklärung vor. Da die Originalurkunde in Japser bislang nur von Jerome Alles und Fritz Gutgsell unterschrieben war, wurde diese heute Abend mit allen bisherigen Partnerschaftstreffen von allen Bürgermeistern nochmals unterschrieben. Dazu begrüßte Terry Seitz seinen Vorgänger Bill Schmitt ebenso auf der Bühne wie Fritz Gutgsell. 
 
Dann wurden die Jubiläumsgeschenke ausgetauscht und die hatten es in sich. Unsere Freunde überreichten uns einen riesengroßen Quilt mit einigen Partnerschafts- und Straßenfestlogos. Irene Kapp hatte diesen Quilt für uns gemacht. 
 
Dann waren wir an der Reihe und ziemlich aufgeregt. Bürgermeister Hahn rief alle Reiseteilnehmer auf die Bühne und erklärte in Englisch und Deutsch (auf die englische Version wird hier verzichtet):
 
"Lieber Bürgermeister Terry Seitz, 
liebe Freunde der Partnerschaft, 
liebe Freunde Pfaffenweilers 
liebe Gäste, 
 
wir feiern heute das 30jährige Jubiläum unserer Partnerschaft und wenn wir zu einem Geburtstagsfest gehen, bringen wir normalerweise Geschenke mit; wohlwissend, dass Freunde keine großen, glamourösen oder teuren Geschenke erwarten. 
Geschenke für gute Freunde sollten vielmehr symbolhaft, sollten Zeichen tiefer Verbundenheit sein und von Herzen kommen. 
Es war sehr beeindruckend mit welcher Hingabe hunderte von Menschen aus Jasper am Donnerstagabend bei der Eröffnung des Straßenfestes die amerikanische Nationalhymne, die "Star spangled banner" gesungen haben. Das ging unter die Haut. 
 
Deshalb wollen wir Ihnen heute Abend eine Hymne an unsere Partnerschaft schenken. Wir versuchen diese auch leidenschaftlich zu singen. Dennoch bitte ich Sie um Nachsicht, denn heute ist unser erster Auftritt."
 
(Im Vorfeld unseres Besuches hatten Heidi Batt, Angelika Schenkel, Annika Marschall, Taylor Reutman und Doris Sori, die beide leider nicht mitfahren konnten, einen englischen Text auf die Melodie "Oh Susanna" geschrieben und Annika und Taylor Reutmann hatten diesen mit uns in mehreren Proben einstudiert)
 
Bürgermeister Hahn weiter an das gesamte Publikum:
 
"Sie sind herzlich eingeladen, den Refrain mitzusingen, denn es ist überliefert, dass die Einwanderer, unsere gemeinsamen Vorfahren, gerne gesungen haben". 
 
Das Lampenfieber wuchs und Taylor Reutmann ließ einstimmen und dann legten wir los:
 
We come from Pfaffenweiler 
with famous gold old friends
we say Hello und Guten Tag
Weˋre glad to shake your hands. 
Oh oh oh 
 
Refrain: 
 
Jasper forever 
the friendship never ends
to celebrate the partnership 
we always stay good friends.....
 
We took the plane across the sea
to spend some time with you
letˋs meet and grett and dance and laugh
for that we say Thank you
Oh oh oh ...
 
The mayors weˋve had in 30 years 
were Fritz and Dieter Hahn
Jerome and Bill, now Terry Seitz,
oh how the time has gone. 
Oh oh oh ...
 
The Gutgsell, Baumann, Kiefer 
Scherle, Eckert, Eckerle
theyˋre names we have that you habe too
what a lovely history.
Oh oh oh ...
 
Matthias came to Jasper as 
a young and single man
he worked and met a pretty girl
the endless love begann
Oh oh oh ...
 
Saint Joseph and the Eckert Mill 
remind us of the start, 
we wish good health and lots of luck
from the bottom of our heart. 
Oh oh oh ....
 
Ein Danke Schön and thanks a lot
for your warm hospitality
weˋre glad to have such lovely friends
you and he and she.
 
Oh oh oh ....
 
Danach erklang noch zweimal der Refrain und dann war das Publikum nicht mehr zu halten. Frenetischer Applaus und stehende Ovationen waren das Resultat harter Arbeit für die wir uns bei allen bedanken. 
 
Doch wir hatten noch ein zweites Geschenk zu dem Bürgermeister Dieter Hahn Folgendes sagte:
 
"Unser zweites Geschenk hat ebenfalls mit einem großen Symbol zu tun und wir alle haben sie schon am Donnerstagabend während der Eröffnung des Straßenfestes gesehen. Es hat zu tun mit der amerikanischen Flagge, die ebenfalls "Star spangled banner" genannt wird. 
 
Keine Fahne darf höher hängen oder größer sein als die amerikanische. Das haben wir beachtet und eine Fahne der Partnerschaft fertigen lassen um vor allem damit Danke zu sagen für alles was Sie in diesen 30 Jahren für uns getan haben und Danke zu sagen für Ihre Freundschaft."
 
In diesem Moment brachten Fritz Gutgsell, Diana Treyer, Sonja Clauss und Michael Eckert unsere Partnerschaftsfahne und breiteten sie aus, so dass Bürgermeister Hahn fortfahren konnte: 
 
"Zwei Farben unserer Fahne entsprechen der amerikanischen Flagge. Die weiße Farbe steht für Reinheit und Unschuld genau so wie unsere Partnerschaft ist. Sie ist rein, weil wir Verwandte sind und sie tief in unserem Herzen tragen. Und sie ist unschuldig, weil wir niemals in diesen 30 Jahren gestritten haben und sie ist unschuldig, weil wir echte Freunde sind. 
Die rote Farbe steht für Tapferkeit und Widerstandsfähigkeit. Wer sonst als unsere Vorfahren mussten tapfer und widerstandsfähig sein - vor fast 170 Jahren. Das ist mir bewusst geworden als ich am Sonntagmorgen vor dem Steinkreuz an der Josefskathedrale stand, das Georg Baumann versprochen hatte. Während den heftigsten Stürmen auf dem Auswandererschiff schwor er, ein Steinkreuz zu stiften, wenn er jemals seine neue Heimat gesund erreichen sollte. 
 
Und auch wir müssen in unserer Partnerschaft tapfer und widerstandsfähig sein, denn auf Grund der großen Entfernung können wir uns nicht monatlich oder jährlich sehen. Wir müssen aber auch tapfer und widerstandsfähig sein um unsere Freundschaft für immer zu erhalten, denn Freundschaft heißt Frieden auf der Welt. 
 
Und es gibt noch die gelbe Farbe, die auf Fahnen für das Metall Gold steht. Gold bedeutet Ewigkeit und so möge auch unsere Partnerschaft für immer sein. 
 
Gott schütze Amerika, schütze Jasper und schütze unsere Partnerschaft."
 
Danach überreichten wir Bürgermeister Terry Seitz unsere Fahne, die wie im Übrigen alle anderen Geschenke auch aus der kreativen Feder von Mirko Häberlin stammte. 
 
Im Anschluss rief Raymie Eckerle die Mitglieder der Partnerschaftskommission Jasper auf um deren Gastgeschenke an uns zu überreichen. Es war eine sehr schöne Tasche mit einem Partnerschaftsschriftzug mit Kühlschrankmagneten, einem Vesperbrett und einem Kalender darin. Der Kalender für das Jahr 2016 ist zweisprachig und zeigt jeweils ähnliche Motive Pfaffenweilers und Jaspers. Die Gastgeber bekamen von der Partnerschaftskommission ebenfalls eine Tasche geschenkt. 
 
Sodann bedankte sich Bürgermeister Dieter Hahn stellvertretend für die gesamte Gruppe bei allen, die zum Gelingen dieser Partnerschaftsreise auf amerikanischer Seite beigetragen hatten, vor allem bei den Gastgebern, denen kein Weg für uns zu weit war und die uns eine Menge an Sehenswürdigkeiten gezeigt und viel mit uns unternommen hatten. Darüberhinaus lud er schon heute offiziell zum Gegenbesuch in fünf Jahren ein und bat zudem jeden Besucher aus Jasper zu sich ins Rathaus. 
 
Jeder von uns schenkte seinem Gastgeber ein grünes Partnerschafts-T-Shirt und zwei kleine Fahnen um sie an den Häusern aufzuhängen. 
 
Das war aber noch nicht das Ende der Überraschungen. Raymie Eckerle überreichte unserer Gruppe den "Straßenfest Award" für die beste Präsentation eines Wagens bei der Straßenfestparade am Sonntag. 
 
Danach sorgte unsere Jasper Band mit Marschmusik und dem Badner Lied für weitere Festtagsstimmung und Karin Horst verabschiedete sich unter Tränen von Taylor Reutmann, mit dem sie nach dessen Studienjahr in Freiburg das letzte Mal spielte. Bürgermeister Terry Seitz wiederum ließ es sich nicht nehmen, beim letzten Lied das Schlagzeug zu spielen und das spielte er perfekt. 
 
Bevor die "Grandview Junction" noch zur Unterhaltung spielte, sangen alle noch das "Schnitzelbank-Lied". 
 
Es folgten wiederum unzählige Gespräche, Begegnungen und Umarmungen. Ein Mann aus Jasper, der schon vor dreißig Jahren bei der Gründung der Partnerschaft dabei war, sagte, er hätte nie geglaubt, dass die Partnerschaft so lange Bestand hätte. 

Jasper, 06.08.2015
 
Nach der wohlverdienten Pause am gestrigen Tage brachen wir heute zu unserem Ausflug nach French Lick auf. Um 10.00 Uhr startete der Zug "Spirit of Jasper" nach French Lick. Es waren alle an Bord, unsere Gastgeber, die Mitglieder der Partnerschaftskommission Jasper und selbstverständlich auch Mayor Terry Seitz, der es sich nicht nehmen ließ, uns mit seiner Frau Deena zu begleiten. 
 
Der Zug "Spirit of Jasper" ist eine Lokomotive aus den 1920er Jahren mit ebenso alten Waggons, die wundervoll restauriert worden sind. Der Zug stellte seine Tätigkeit 1935 ein. Etwa 70 Jahre später hat die Stadt Jasper die Waggons restauriert und die Zugverbindung nach French Lick wieder hergestellt. Der Zug wurde 2007 wieder in Betrieb genommen. Seitdem fährt er an festgelegten Tagen nach French Lick und ist damit ein touristischer Höhepunkt in der Region, der sehr gut angenommen wird.
 
Die Zugfahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde und wir wurden von unseren Gastgebern mit gekühlten Getränken und einem Snack verwöhnt. 
 
French Lick, unser Zielort, ist ein Kurort, der sich gerne mit Karlsbad in Tschechien vergleicht. Wir konnten das auf der Welt sicherlich einzigartige Hotel "West Baden Springs" besichtigen und unser Reiseführer erzählte uns eine Menge an historischen Gegebenheiten, die Matthias Hilger übersetzte. 
 
Die Ursprünge des Hotels gehen auf die Einwandererwelle im beginnenden 19. Jahrhundert zurück. 1901 brannte es vollständig aus und wurde in seiner heutigen Form innerhalb eines Jahres für 414.000 Dollar (das sind 112 Millionen Euro) wieder aufgebaut. Es hat ein Atrium, genannt Dome, der 30 meter hoch ist und 70 meter Durchmesser hat. Das Hotel ist von mehreren Golfpätzen umgeben, hatte Tennisplätze, Bowlingbahn, mehrere Heilbäder und Heilquellen, eine Radrennbahn und einen Reiterhof. 
 
French Lick war aber auch als illegaler Spielerort bekannt und in den Hochzeiten gab es 17 Casinos dort. Kein Wunder, dass der berühmt-berüchtigte Al Capone dort Stammgast war. 
 
Von 1964 bis 1996 war das Hotel ungenutzt und zerfiel, bis die Familie Cook, eine sehr reiche Familie die in der Produktion von Krankenhausausstattung und medizinischen Apparaturen tätig ist, den Wiederaufbau finanzierte. Heute ist das Hotel ein First-Class-Hotel, in dem eine Übernachtung zwischen 200 und 500 Dollar kostet. 
 
Im Anschluss an diese beeindruckende Besichtigung fuhren wir mit einem historischen Bus zum Hotel French Lick Resort, ebenfalls ein First-Class-Hotel der Familie Cook. Es handelt sich um einen prachtvollen mehrgeschossigen Bau mit Casino. So mancher von uns versuchte sich - vorsichtig - beim Glücksspiel an den "Slot machines". Andere wiederum schlenderten durch das exquisite Hotel. Beim Anblick der Fotogalerie mit den berühmtesten Gästen wurde einem ganz schwindlig. Franklin D. Roosevelt, Gerald Ford, James Dean, Louis Armstrong, Foreigner, The Beach Boys und unzählige andere Prominente waren zu Gast im Hotel. 
 
Vor kurzem hatte auch der deutsch-amerikanische Porscheclub sein 60jähriges Jubiläum dort. Mehr als 1000 Porschefahrer waren in French Lick und mitten unter ihnen die Porschenachfolger Wolfgang und Felix Porsche. Sie wurden begleitet von Alex und Matthias Hilger. 
 
Unsere Gruppe war begeistert, einen großen Hauch amerikanischer Geschichte einatmen zu dürfen. Mit dem historischen Bus fuhren wir zurück nach Jasper und dort gab eine erste Abschiedsrunde, denn einige von unserer Gruppe fliegen morgen durch die Staaten oder das benachbarte Kanada. 
 
Am Sonntag, 09.08.2015 tritt dann der Rest unserer Reisegruppe die Heimreise an.
 
„Time to say goodbye“
 
Am Sonntagmorgen um 09.30 Uhr war es soweit. An der Train Station trafen wir uns zur Verabschiedung. Insgesamt fuhren an diesem Tag 16 Teilnehmer unserer Reisegruppe zurück. Alle Gastgeber, aber auch viele andere Personen wie z.B. Pfarrer Boeglein oder die Familie Ostermann waren gekommen.
 
Terry Seitz verabschiedete uns offiziell als Vertreter der Partnerstadt Jasper und Bürgermeister Dieter Hahn dankte nochmals allen Gastgebern und allen Beteiligten für die unvergesslichen Tage in Jasper. Ein Gebet mit dem Bitten um eine sichere Rückkehr schloss die kurze Verabschiedung.
 
Was dann folgte, waren viele Umarmungen und auch Tränen. So manchem von uns waren die Gastgeber und deren Familie schon in kürzester Zeit ans Herz gewachsen. Mit dem Bus fuhren wir nach Louisville genossen nochmals die Weite dieses Landes. Von dort aus sind wir über Charlotte quasi durch die Nacht nach Frankfurt geflogen um dort pünktlich um 7.00 Uhr zu landen.
 
Mit dem Kleinbus der Firma Sutter ging es zurück nach Pfaffenweiler, wo uns unsere Familien und Freunde bereits an der Batzenberghalle erwarteten. Im Bus dankte Bürgermeister Hahn den Teilnehmern der Jasperfahrt für Ihre außerordentliche Disziplin bei der Reise und für Ihr überzeugendes Auftreten bei allen Veranstaltungen, insbesondere beim Partnerschaftsabend. Er dankte allen auch für den finanziellen Kraftakt, den sie mit der Reise bewerkstelligt haben. Reisegruppe und Partnerschaftskommission werden sich nach der Rückkehr aller aus den Staaten treffen, um die Reise nochmals Revue passieren zu lassen. 


Gemeinde Pfaffenweiler

  • Bürgermeisteramt Pfaffenweiler
  • Rathausgasse 4
  • 79292 Pfaffenweiler
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