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Pfaffenweiler
Eine Ortsgeschichte.
Von Edmund Weeger
Hrsg: Gemeinde Pfaffenweiler.
Pfaffenweiler 1997. 455 S., zahlr. Abb. Kartenbeilagen, Leinen, geb.
30,- EUR
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Geschichte

Die Gemeinde Pfaffenweiler wuchs aus zwei mittelalterlichen Siedlungen zusammen. Im älteren und lange Zeit bedeutenderen Öhlinsweiler steht das ehemalige Gemeindehaus, die "Stube". Erstmals schriftlich genannt wurde es 1094 als "Oleswilare" in einer Urkunde des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen. Schweiz. Den späteren Hauptort um die Pfarrkirche St. Kolumba schrieb man 1281 "Pfaffenwiler". Seit dem 15. Jahrhundert wurden beide Ortsteile als Gemeinde mit gemeinsamer Gemarkung und einem Vogt bezeichnet. Als Name für das Weinbauern- und Handwerkerdorf setzte sich nach und nach Pfaffenweiler durch.

Stein und Wein

Seit Bestehen der Siedlung war Weinbau die Grundlage dörflichen Wirtschaftens. Mit ihm waren nahezu sämtliche Einwohner des Dorfes befasst. Die wechselhaften Erträge der Weinberge bestimmten die Lebensqualität. Die das Dorf umgebenden Rebberge prägen bis in die Gegenwart das Bild der Landschaft.

Als Besonderheit wurde Jahrhunderte hindurch wertvoller Stein abgebaut und verarbeitet. Etwa 10 Steinbrüche im Waldrand oberhalb des Ortsteils Pfaffenweiler lieferten den begehrten Kalksandstein, mit dem man die gesamte Region belieferte. Zahlreiche Werkstätten verarbeiteten das Rohmaterial vor Ort zu Bauteilen, Grenzsteinen und nicht zuletzt zu Grabsteinen und Flurkreuzen. Der "Pfaffenweiler Stein" wurde wegen seiner Dichte und Formbarkeit häufig von Künstlern verwendet und fand in zahlreichen Profanbauten und Kirchen Verwendung.

Der gut erhaltene alte Hausbestand des Dorfes liefert zahlreiche Hinweise zur Geschichte der Gemeinde. Hauszeichen und Berufswappen erinnern an alte Strukturen der Bevölkerung, an nicht mehr gebräuchliche Handwerke und Berufe. An Jahreszahlen lassen sich vergangene Blütezeiten ablesen, Initialen verweisen auf frühere Bewohner.

Pfarrkirche St. Kolumba

Teile des Chores und das Untergeschoß des Turms scheinen ins 14. Jahrhundert zurück zu reichen. Am unteren Fenster des Kirchturms ist als Jahr eines Umbaus "1541" zu erkennen.
Im Chorraum und davor sind Reste von Fresken des 15. Jahrhunderts erhalten. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der Hl Kolumba und mehrere Apostel. Seit 1485 gehörte die Pfarrei der Deutschordenkommende Freiburg, an die mehrere Wappen im Pfarrbezirk erinnern.
Die Pfarrkirche wurde 1975 – 1979 erweitert und nach Entwürfen des Breisacher Bildhauers Helmut Lutz künstlerisch ausgestattet. Sie bietet ein spannendes Nebeneinander von historischer Substanz und moderner Gestaltung.

Öhlinsweiler Kapelle St. Barbara und St. Rosalia

Das Kirchlein im Ortsteil Öhlinsweiler ist seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar. Bei der Renovierung 1974/75 wurden Freskenbilder der Hl. Katharina und eines Priester freigelegt.
Der kostbare Hochaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Waldkapelle St. Servatius

Im Wald südöstlich von Pfaffenweiler steht eine kleine Kapelle, die auf eine tiefer im Wald gelegene Einsiedelei zurückgeht. Der Platz vor der Kapelle ist für die während der Sommermonate stattfindende Gottesdienste gerichtet.

"Stube"

Die Gemeinde- und Trinkstube wurde 1574/75 an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet.
Der imposante Bau mit seinen Staffelgiebeln zählt zu den prunkvollsten Stubenhäusern der Region. Im Giebel sind das Wappen des Ortsherrn von Staufen und – wie am Erker - das Baudatum 1575 zu erkennen.
Heute wird das Haus als "Zehners Stube", einem Restaurant der Spitzenklasse betrieben.



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